Munich après 1945

München leuchtet wieder

Der Wiederaufbau Münchens und seiner Denkmäler zwischen Traditionalismus und modernem Rationalismus

 

     Am 30. April 1945 war für München der Krieg zu Ende. Die Amerikaner übernahmen eine Stadt in Schutt und Asche. In den Jahren 1940 bis 1945 waren in sechsundsechzig Luftangriffen sechzig Prozent der innerstädtischen Bausubstanz zerstört worden[1].

 

     Der Wiederaufbau zwischen 1945 und 1990 wird allgemein in drei Phasen eingeteilt: eine erste Phase, in welcher der Traditionalismus dominierte, eine zweite in den Fünfziger-, Sechzigerjahren, die im Zeichen von Modernismus und Rationalismus stand. Seit Beginn der Siebzigerjahre werden in einer dritten Phase der reine Rationalismus und das Konzept der aufgelockerten, verkehrsgerechten Stadt infragegestellt. Die Bedeutung des Stadtraums wurde wieder erkannt, der Denkmalschutz wissenschaftlicher betrieben[2] . In München durchlief die Restaurierung mancher Gebäude – wie die der Kirche St. Michael – alle drei Phasen.

 

Bedrohung durch die „autogerechte Stadt“

 

     Die Gefährdung der historischen Bausubstanz und des Stadtbildes war 1945 in München dieselbe wie in anderen Städten. War die globale Zerstörung Münchens weniger schlimm als die Hamburgs, Berlins oder Kölns, so war doch die Innenstadt, die Altstadt, ebenso getroffen worden wie dort. München litt wie alle deutschen Städte an schrecklicher Wohnungsnot, ein Drittel des Wohnraums war zerstört. Für die Flüchtlinge aus den „Sudetengebieten“, dem Banat aber auch aus den „Ostgebieten“, die in die Stadt strömten, musste schnell Wohnraum geschaffen werden. Gefährlich für die beschädigten und teilweise zerstörten Bauten war auch die „Enttrümmerung“[3]. Aus hygienischen und praktischen Gründen wurden Bauschutt und Ruinen, dabei auch viel Erhaltenswürdiges, schnell „abgeräumt“.

 

     Die größte Bedrohung aber für den Erhalt alter Bausubstanz und alter Strukturen war die Verkehrsplanung. Schon vor dem Krieg war die Verkehrslage Münchens schwierig. München ist der Kreuzpunkt wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Achsen. Dieser Lage verdankt es sein Entstehen und sein Gedeihen, aber auch die schier unlösbaren Verkehrsprobleme. Vergessen wir nicht, dass 1945 der Fernverkehr noch durch die Stadtzentren ging. Die Nationalsozialisten, die Deutschland mit Volkswagen und Reichsautobahnen allgemein motorisieren wollten, hatten schon, bevor man von der „autogerechten Stadt“ sprach, aus Repräsentations- aber auch aus verkehrstechnischen Gründen in München neue Achsen geplant und teilweise auch schon geschlagen. Die Von-der-Thannstraße in Fortsetzung der Prinzregentenstraße, an der das neue Haus der (deutschen) Kunst stand, wurde 1937 verbreitert und verlängert. Dem fielen mehrere wertvolle Klenzebauten an der Ludwigstraße, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichteten Prachtstraße, zum Opfer. Das bedeutende bis dahin stilistisch und städtebaulich geschlossene Ensemble war empfindlich beeinträchtigt[4]. Nach dem Krieg wirkten dieselben Architekten mit denselben Ideen in neuem Gewande fort, die „völkische“, „arische“ Architektur wurde zu einer „organischen“: neue große Durchbrüche wurden im Namen der „autogerechten“, der „aufgelockerten“ Stadt geschlagen und führten zur Zerstörung von noch gut erhaltener historischer Bausubstanz[5].

 

     Aber nicht nur das Fortwirken der nationalsozialistischen Ideologie war gefährlich. Die Charta von Athen, 1933 von Le Corbusier formuliert, war das Credo der Nachkriegsarchitekten. Darin wurden eine Entflechtung der Funktionen (Wohnen, Arbeit, Freizeit), die Trennung von Fußgänger- und Autoverkehr und die Aufgabe der Blockbauweise, die so typisch für die europäischen Innenstädte ist, gefordert. Von der alten Bausubstanz sollten nur historisch und künstlerisch bedeutsame Bauten als solitäre Denkmäler erhalten werden[6].

 

Die „Retter“ Münchens: Scharnagel und Meitinger

 

     Dass München andere Wege einschlug, verdankt es ganz wesentlich zwei Männern: Karl Scharnagel, dem ersten Münchner Oberbürgermeister (CSU), der von den Amerikanern in dieses Amt berufen worden war, und Karl Meitinger, der obwohl politisch belastet, das Amt des Stadtbaurats, d.h. des Chefs der Obersten Baubehörde der Stadt, das er schon seit 1937 innehatte, noch weiter ausführen durfte[7]. Karl, Scharnagel wollte sein „altes liebes München“ wieder erstehen lassen. Meitinger hatte schon während des Krieges einen Aufbauplan entwickelt, der 1946 vom Stadtrat angenommen wurde. Der mittelalterliche Plan der Altstadt sollte weitgehend erhalten bleiben, an der Ost-West-Achse – Neuhauser-, Kaufingerstraße, Marienplatz und Tal sollten die Baulinien zurückgesetzt werden. Ein bis zu siebzig Meter breiter Altstadtring sollte das Zentrum umschließen, sternförmig sollten neue Achsen den Verkehr nach außen leiten, weitere Ringstraßen sollten dazukommen[8]. Dies waren die Zugeständnisse an die „autogerechte Stadt“. Das Versetzen der Baulinien bedeutete natürlich den Abriss auch gut erhaltener Gebäude und Denkmäler. Vieles sollte nachempfunden wieder aufgebaut werden. Die Charta von Venedig, die das Sichtbarmachen von Ergänzungen verlangt[9], war noch nicht verabschiedet. Scharnagels und Meitingers Bestreben, weitgehend den alten Stadtgrundriss und die alte traufenständige Häuser verlangende Bauordnung[10] zu erhalten, war von größter Bedeutung, da nur so das Stadtbild gerettet und Denkmäler konserviert oder wiedererrichtet werden konnten. Der Gedanke des Ensembleschutzes war noch kaum bekannt. Hier wurde aber der Städtebau als erhaltenswertes Ganzes, als Denkmal, gesehen. Wirtschaftliche Gründe, wie der Erhalt der alten Infrastrukturen spielten auch eine Rolle. Ein weiteres wirtschaftliches Argument – für Politiker so wichtig – war die Bedeutung des Fremdenverkehrs für München[11].

 

Der Umgang mit dem Denkmal und die Vergangenheitsbewältigung

 

     Positiv für den Erhalt des Stadtbildes und den Wiederaufbau vieler zerstörter Baudenkmäler wirkte sich auch aus, dass München als Hauptstadt eines Flächenstaates überdurchschnittlich viele Kirchen und öffentliche Gebäude besaß. Während des deutschen Wiederaufbaus wurden hauptsächlich Kirchen, als Wahrzeichen und Kultgebäude, dann öffentliche Gebäude und Museen wieder hergestellt; die Schlösser eher in Städten mit bürgerlichen Mehrheiten[u1] . Bürgerhäuser aller Epochen wurden nur selten wieder aufgebaut[12]. In der Münchner Altstadt wurden nahezu alle Kirchen fast originalgetreu restauriert oder rekonstruiert, ebenso die Residenz. Der Renaissancebau der Herzog-Max-Burg und das neugotische Wittelsbacher Palais wurden abgerissen[13]. Letzteres war während der NS-Zeit die Münchener Gestapozentrale gewesen.

 

     Hier berühren wir einen wichtigen Punkt: über Abriss oder Erhalt der historischen Gebäude wurde anhand ihrer kunsthistorischen und historischen Bewertung entschieden. Der Umgang mit dem Baudenkmal als geschichtliches Zeugnis stand und steht in engster Beziehung zu Erinnerungsarbeit und Vergangenheitsbewältigung. Um die leidvollen Erfahrungen, aber auch die Mitschuld verdrängen zu können, sollten die Spuren der Zerstörung möglichst ungeschehen gemacht werden. Hier gab es die traditionalistische Lösung einer möglichst originalgetreuen Rekonstruktion oder die eines historisch nachempfundenen oder eingefügten Auf- und Neubaus. Vor Anachronismen oder schwierigen Kompromissen fürchtete man sich nicht, wie es das Beispiel Meitingers zeigt. Für die Modernisten war der Nationalsozialismus das letzte Aufbäumen einer überkommenen Ordnung, der Reaktion[14]. Ihre Antwort war die Schaffung einer neuen rationalen Stadt, die Auslöschung der Vergangenheit; so wurde von bestehenden Gründerzeit Häusern sogar der Stuck abgeschlagen, um ihnen ein modernes Äußeres zu geben, die Kirchen wurden vereinfacht und versachlicht wiederaufgebaut. Für die Traditionalisten wie Meitinger und Branca war der Nationalsozialismus die Folge der Moderne, ja der Aufklärung[15].

 

     Das beschädigte Wittelsbacher-Palais wurde abgerissen, damit man sich nicht mehr daran erinnern musste, dass es Sitz der Gestapo gewesen war. Auch die ungeliebte Räterepublik war darin ausgerufen worden. Seit den 1960er Jahren gab es ein Umdenken, einen neuen Umgang mit der schwierigen Geschichte wurde versucht: ein nahe gelegener Platz wurde zum „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“[16], 1985 wurde ein Denkmal mit immer brennender Flamme errichtet, zuletzt das Dokumentationszentrum des Nationalsozialismus geschaffen[17], dessen Direktor, der Architekturhistoriker Winfried Nerdinger[18], sich seit Jahrzehnten für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit und einen bewussten Umgang auch mit schwierigen Baudenkmälern einsetzte. Die Großbauten des Nationalsozialismus hatten den Krieg fast unbeschadet überlebt.

 

München leuchtet wieder

 

     München „leuchtet“ wieder[19]. Unglaublich ist die Zahl seiner Sehenswürdigkeiten, seiner Baudenkmäler, wenn man an die massiven Zerstörungen des Weltkriegs denkt. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten scheint Münchens Altstadt vor den Zerstörungen eines rationalistischen Wiederaufbaus, wie zum Beispiel in Hannover, bewahrt worden zu sein. Der Durchbuch des Altstadtrings ist weniger störend als der der Ost-West-Straße in Hamburg[20]. In Hamburg erinnert kaum noch etwas an die Vorkriegsstadt. München ist aber auch nicht identisch wieder aufgebaut worden, wie zum Beispiel Warschau[21]. Zu stark waren die Widerstände der Architekten, die Neues bauen wollten, und der Druck, schnell wiederaufzubauen. Auch die deutschen Kunsthistoriker waren nicht für eine originalgetreue Rekonstruktion. Dölgasts bewusst fragmentarische Rekonstruktionen (wie die der Pinakothek) waren ganz im Geiste Georg Dehios.

 

     Heute sind die Kriegsnarben in hilflos Nachempfundenem am deutlichsten sichtbar, wie bei dem Neubau der Alten Akademie, dessen anspruchslose Fünfzigerjahre-Architektur durch stilistische Wandmalereien an den Altbau angepasst werden sollte. Der Marienplatz wirkt wie eine offene Wunde. Hier glaubte der Architekt des fensterlos scheinenden Klotzes des „Kaufhof“-Gebäudes, dass dieser sich in die alte Umgebung einfügen würde. Die sterilen Nachbauten in der Theatinerstraße 19-21 oder der Innenraum der Frauenkirche erinnern an die Zerstörung. In und an der Residenz scheinen die Spuren der Zerstörung heute ausgelöscht, in der minutiös rekonstruierten St. Michaels-Kirche aber ahnen wir, dass es sich um einen teilweisen Neubau handelt: der Boden aus Solnhofer Platten verrät noch den Geschmack der 1950er Jahre. Hier fehlen die Patina, die Stilbrüche der Jahrhunderte, die mit den sukzessiven Restaurierungen beseitigt wurden.

 

     Die mehr oder weniger gelungenen Werke des Wiederaufbaus sind heute Teil der Geschichte und Identität der Stadt München. Die Max-Burg eines Sep Ruf ist zu Recht denkmalgeschützt, sie ist kein Renaissanceschloss aber ein hochwertiger Bau ihrer Zeit. München hat keine Altstadt wie Wien. So wie Paris in seiner Erscheinung ein Produkt der Hausmannschen Baumaßnahmen ist, ist München geprägt von der Klenzeschen Stadtplanung in Anschluss an die mittelalterliche Innenstadt und von einem pragmatisch rekonstruierenden Wiederaufbau der Jahre zwischen 1945 und 1990. Kaum etwas in München ist alt, manches nachgebaut, vieles nachempfunden.

 

cob

 

Bibliographie

1. Buchveröffentlichungen

Hartwig Baseler, Niels Gutschow (Hrsg.), Kriegsschicksale deutscher Architektur. Verluste, Schäden, Wiederaufbau. Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik, 2 Bde., Wachholtz Verlag, Neumünster, 1987.

Richard Bauer, München – „Hauptstadt der Bewegung“. Bayerns Metropole und der Nationalsozialismus, Ed. Minerva, Wolfratshausen, 2002.

Bayerischer Architekten- und Ingenieur-Verband e. V. (Hrsg.), München und seine Bauten nach 1912, Bruckmann, München, 1984.

Klaus von Beyme, Der Wiederaufbau. Architektur und Städtebau in beiden deutschen Staaten, Piper, München 1987.

Jean-Paul Bled, Histoire de Munich, éd. Fayard, Paris 2009.

Georg Dehio, Ernst Gall, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Oberbayern, Deutscher Kunstverlag, München, Berlin, 1952.

Werner Durth, Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900 – 1970, Vieweg, Braunschweig 1987.

Klaus Gallas, München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte, DuMont Buchverlag, Köln 1979.

Ulrich Herbert, Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert, C.H. Beck, München, 2014, S. 791-834.

Vittorio Magnago Lampugnani, Architektur und Städtebau des 20. Jahrhunderts, Hatje, Stuttgart, 1980.

Thomas Mann, Frühe Erzählungen 1893-1912, In der Fassung der großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S. Fischer, Frankfurt 2012, S. 222.

Mathias Pfeil (Hrsg.), Karl Meitinger, Das neue München. Vorschläge zum Wiederaufbau, (1946), Volk-Verlag, München 2014.

2. Aufsätze und Dokumente

Astrid Becker, „Was in den letzten Jahren am Altstadtring gebaut wurde“ in Süddeutsche Zeitung vom 17.11.2001, S. 55.

Franz Freisieder, „Der Ruinenbaumeister. Retter der Residenz. Grandseigneur der Denkmalpflege un Architekt der Moderne“ in Süddeutsche Zeitung vom 8.5.2007.

Wolfgang Görl, „Pracht statt Moderne. Nach dem Krieg forderten manche den Bau einer Stadt mit Hochhäusern – doch die Bewahrer setzten sich durch“ in Süddeutsche Zeitung vom 24.4.2014, S. 44.

„Reden wir über München mit Winfried Nerdinger“ in Süddeutsche Zeitung vom 10.9.2011, S.43

International Council on Monuments and Sites (ICOMOS), « Charte international sur la Conservation et la Restauration des Monuments et des Sites (Chartes de Venise 1964) ».

Gavriel D. Rosenfeld, „Architecture and the memory of Nazisme in Postwar Munich“ in German Politics and Society, 16, 4 (Winter 1998), S.140-159.

 

Fussnoten

[1] Baseler, Gutschow (Hrsg.), Kriegsschicksale deutscher Architektur, Bd. 2., S. 1373.

[2] Rosenfeld, „Architecture and the memory of Nazisme in Postwar Munich“, S. 142.

[3] Beyme, Der Wiederaufbau, S. 105.

[4] Bayerischer Architekten- und Ingenieur-Verband e. V. (Hrsg.), München und seine Bauten nach 1912, S. 268.

[5] Beyme, op. cit., 47-55, Durth, Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen, S. 446.

[6] Lampugnani, Architektur und Städtebau des 20. Jahrhunderts, S. 142.

[7] Bled, Histoire de Munich, S. 314ff.

[8] Pfeil (Hrsg.), Karl Meitinger, Das neue München. Vorschläge zum Wiederaufbau.

[9] International Council on Monuments and Sites (ICOMOS), « Charte international sur la Conservation et la Restauration des Monuments et des Sites (Chartes de Venise 1964) ».

[10] Baseler, Gutschow (Hrsg.), op. cit., S. 1373.

[11] Pfeil (Hrsg.), Karl Meitinger, op. cit.,

[12] Beyme, op. cit.,, S. 213-220.

[13] Baseler, Gutschow (Hrsg.), op. cit., S. 1395 und S. 1407.

[14] Rosenfeld, „Architecture and the memory of Nazisme in Postwar Munich“,S. 142.

[15] Rosenfeld, op. cit., “, S. 150.

[16] Bauer, München – „Hauptstadt der Bewegung“ , S. 377.

[17] Bauer, op. cit.,, S. 376.

[18] „Reden wir über München mit Winfried Nerdinger“ in Süddeutsche Zeitung vom 10.9.2011.

[19] Vgl. „München leuchtete“, in Thomas Mann „Gladius Dei“ in Ders. Frühe Erzählungen 1893-1912, S. Fischer, Frankfurt 2012, S. 222.

[20] Baseler, Gutschow , op. cit., S. 42.

[21] Beyme, op. cit.,,S. 215.

L'Olympiastadion

     Pour clore le voyage d’études, les étudiants se sont séparés le samedi matin pour visiter, flâner ou tout simplement faire du shopping. Trois d’entre eux ainsi que leur professeure se sont rendus au Nord de la ville découvrir un site peu touristique et pourtant digne d’intérêt : le village ainsi que le parc olympiques, initialement construits pour les Jeux Olympiques de 1972 et aujourd’hui réhabilités en logements. Les bungalows dans lesquels étaient logés les athlètes ont été décorés et reconvertis en 1800 logements étudiants (ci-contre). Plus de 6000 habitants vivent aujourd’hui dans ce quartier à l’architecture particulière et dont le cadre de vie offre de nombreux avantages : espaces verts, proximité de la Technische Universität, du centre-ville, des transports, et des installations sportives.

   Ces dernières se trouvent en face du village olympique, de l’autre côté du Georg-Brauchle-Ring, auxquelles on a accès par la Hanns-Braun-Brücke. Le stade olympique (Olympiastadion) ainsi que la piscine et la halle olympique ont été réalisés d’après les plans de l’architecte Günter Behnisch. D’une architecture novatrice, le stade olympique est recouvert d’un toit pyramidal qui en fait sa spécificité (voir ci-contre). Cet aspect souligne la volonté du comité organisateur et du gouvernement allemand de faire oublier les Jeux Olympiques de Berlin de 1936 et de s’y opposer.

     Le village olympique est aussi le lieu des attentats de Munich du 5 septembre 1972, perpétrés par le groupe terroriste palestinien « Septembre Noir ». Après avoir pénétré dans l’appartement du 31 de la Connollystrasse, dans lequel logeaient quinze athlètes israéliens, le groupe composé de huit hommes a tiré sur deux athlètes et en a pris onze en otages, deux ayant réussi à s’enfuir. Réclamant la libération de 234 activistes palestiniens emprisonnés en Israël, le groupe terroriste dévoilait alors ses intentions. Cette demande fut rejetée par la Première ministre israélienne, Golda Meir, et les terroristes négociaient leur extradition par hélicoptère avec la police bavaroise. Cette dernière lança une opération de libération des otages une fois à l’aérodrome. Elle échoua et causa la mort des onze athlètes israéliens, d’un policier bavarois, ainsi que des terroristes.

     On considère aujourd’hui cet événement comme le premier attentat terroriste perpétré aux yeux du monde entier. Plusieurs lieux de commémoration ont été créés au sein du village et du parc olympiques. Le premier (voir ci-dessous), une plaque commémorative (Gedenktaffel) sur laquelle sont inscrits les noms des onze athlètes israéliens tués à l’aérodrome, est installé sur le mur de l’immeuble où a eu lieu la prise d’otage, au 31 de la Connollystrasse. Un autre mémorial (Mahnmal), appelé «Klagenbalken» (poutre des lamentations) est placé sur la Hanns-Braun-Brücke entre le stade olympique et le parc, a lui valeur non seulement de souvenir, mais également de rappel et de symbole de la lutte contre le terrorisme. Un troisième lieu est en construction. Il s’agit cette fois d’un lieu de mémoire (Erinnerungsort) situé au cœur du parc olympique (voir ci-contre). Celui-ci aura pour but d’informer sur les attentats et sur les athlètes décédés, dont une biographie sera proposée au sein du bâtiment. Il devait cependant être terminé en septembre 2016 et semblait laissé à l’abandon lorsque nous l’avons vu, certes un samedi, le 28 janvier 2017.

     Si la variété des terminologies utilisées pour nommer ces lieux de commémoration interpelle, on peut surtout se demander pourquoi la ville de Munich a décidé de réaliser trois mémoriaux différents. Cette question s’inscrit dans la thématique de notre voyage d’études, celle de la monumentalisation et de la façon de travailler la mémoire. Peut-on donc considérer le village olympique des Jeux de 1972 comme un lieu de mémoire ? Ces mémoriaux le laissent penser.

 

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Une visite au Münchner Stadmuseum

     Situé dans le centre-ville, le Musée de la Ville de Munich présente plusieurs collections assez hétéroclites. De l’histoire de la ville aux instruments de musique du monde, en passant par la marionnette et les arts forains, le visiteur est invité à passer d’un univers à un autre au fil des étages.

 Dans le hall d’entrée, une maquette de la ville donne une vue d’ensemble de Munich

 

     La visite commence par l’exposition phare du Musée, « Typisch Münschen », qui regroupe une série d’objets et de vidéos dédiées à l’identité munichoise. Le parcours se veut donc une vitrine de Munich au cours du temps. Des tableaux, mais aussi des vidéos racontent la ville, ses événements marquants, comme la création du stade olympique, et le quotidien, à travers des enseignes ou des costumes traditionnels.

 Parmi une série d’anciennes publicités pour des événements s’étant produits à Munich, la caricature du Munichois (« Der Münchner »), parue à la une du journal satirique Simplicissimus du 3 décembre 1923.

 

     Suit l’incontournable exposition dédiée à l’histoire de Munich liée au national-socialisme, qui n’offre pas vraiment de nouveauté pour qui vient de visiter le Centre de documentation du national-socialisme (NS-Dokumentationszentrum), mais remplit néanmoins son rôle en informant le visiteur sur le développement du régime à Munich à l’aide de grands panneaux.

 

     A l’étage suivant, changement d’ambiance : en entrant dans l’exposition sur la marionnette et les arts forains, le visiteur est immédiatement plongé dans une atmosphère de fête, à la fois réjouissante et inquiétante. Dans les salles sombres et très chauffées, les marionnettes exposées toisent les visiteurs ou se mettent en mouvement en ricanant sur leur passage. Plusieurs types de marionnettes sont présentés, avec leur fonctionnement, à fils, à tige, pour du théâtre d’ombres…

 En regardant à travers les jumelles disposées au-dessus des tabourets, les Munichois pouvaient voir diverses scènes en relief, toutes reliées à un imaginaire exotique – des personnes en costumes traditionnels, par exemple au milieu de plantes exotiques.

 

     Enfin, au dernier étage, sont exposés de très nombreux instruments de musique, certains facilement reconnaissables, d’autres pour le moins insolites. La collection du musée est en effet composée d’environ 1500 instruments du monde entier, dont un grand nombre n’est pas familier à un public européen. L’occasion donc pour les visiteurs de s’en donner à cœur joie en s’essayant aux différentes percussions géantes en libre accès, et c’est dans cette joyeuse cacophonie que s’achève la visite du Münchner Stadmuseum.

 

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